Ich Es Über Ich

So, aus der Reihe: "Hausarbeiten und Referate die ich mal gemacht habe"

I. Das ES

Stichworte:
a) repräsentiert Triebkräfte des Menschen
b) psychosomatisches Kraftwerk der Psyche
c) folgt Lust-Unlustprinzip
d) funktioniert Primärprozeßhaft

zu a) Das „ES“ st die früheste vorhandene Instanz. In ihm wirken die ursprünglichen biologischen Triebe in animalischer, nicht sozialisierter Form. Es handelt sich um die nicht mehr auflösbaren, basalen Grundbedürfnisse und primären Impulse. Die basalen Bedürfnisse drängen auf unverzügliche und rücksichtslose Befriedigung, die ohne die Korrektur der beiden anderen Instanzen ständig zu lebensbedrohlichen Konflikten mit der Außenwelt führen würde. Der Mensch kommt als „ES“-Wesen auf die Welt. In ihm herrschen die zwei Triebkräfte Sexualität und Aggression.
Eine weitere Komponente ist, daß sich im ES auch alle die Dinge befinden, die verdrängt werden wie Gefühle und Wünsche, die aus dem Bewußtsein verbannt wurden. Diese befinden sich im Gegensatz zu den Anforderungen und Normen der Gesellschaft (Abwehr und Verdrängung).

zu b) Einzige Grundenergie ist die dem Liebestrieb (Eros) zugrund liegende Libido (Allgemeine psychische Energie). Alle Aktivitäten, die wir unternehmen und haben speisen sich aus dieser Libido.

zu c) Die Libido äußert sich in einem Bestreben nach Lust und einem Vermeiden von Unlust. Alles Tun ist nun eine Transformation, Wandlung dieses Lust-Unlustprinzips. Führt diese Leistung in eine kulturell hochstehende Leistung, so nennt es Freud Sublimation.

zu d) Sie ist primär deswegen, weil sie zu den frühesten Formen der Reizbewältigung von Außen gehört. Es ist so die erste primäre Informationsverarbeitun.


Das ICH

Stichworte:
a) Präsentiert die Realität in der Psyche
b) Folgt dem Realitätsprinzip; Frustrationstoleranz, Triebverzicht
c) Psychische Apparate
d) Ich-Funktionen
e) Sekundär- und prozesshaftes Funktionieren

zu a) Das Ich ist diejenige höchst differenzierte Instanz, die an der Kontaktstelle des ES (blind, gierig, impulsiv) zur Außenwelt entsteht. Das Ich entsteht als zweite Instanz. Es nimmt
Kontakt zur Realität auf, garantiert sie und läßt sie in die Psyche, es ist das Tor zur Realität.

zu b) Das ICH hat zwischen dem ES und dem ÜBER-ICH in Form eines Kompromisses die Synthese herzustellen, indem es einerseits den emotionalen Grundbedürfnissen und triebhaften Impulsen zu einer realitätsangepaßten Verwirklichung verhilft, gleichzeitig aber die Einschränkungen aus dem ÜBER-ICH zu berücksichtigen hat und somit Sorge trägt, daß die Person mit den Normen in der Umwelt nicht zu sehr in Konflikt gerät. Das ICH also als zentrale Entscheidungsinstanz und als Verwalter des bewußten Handelns in Form von Selbstkontrolle zwischen den ungestümen Wünschen des ES und den normativen Einschränkungen des ÜBER-ICHs die Verbindung zur Realität aufrecht zu erhalten. Es prüft, ob sich das, was das ES will, mit der Realität vereinbaren läßt und hat die Fähigkeit zur Frustrationstoleranz und zum Triebverzicht. Es hängt eng mit der Selbsterhaltung (im Sinne realitätsgerechter Steuerung des ES zusammen. Es arbeitet nach dem Realitätsprinzip und ist insofern das eigentliche Anpassungsorgan des Menschen; es bringt neue Werte herein.

zu c) Das ICH verfügt über zwei Anpassungsformen:
1.) Außenausgerichtet 2.)Innenausgerichtet
Hierzu braucht das ICH Macht, um gegen das Lust-Unlust-Prinzip und das ÜBER-ICH vorzugehen, die in den Apparaten begründet liegt.
Zu den Apparaten zählen:
Wahrnehmung
Gedächtnis
Denken
Willen
Motorik

zu d) Unter ICH Funktionen versteht man alles, was das ICH tut, wie also Wahrnehmen, Unterscheiden, Erinnern, Denken, Steuerung der Triebe und ihrer Auswirkungen, sowie der Aktivierung der psychologischen Apparate.
Synthetische Funktion:
Das ICH versucht eine Ganzheit aus Widersprüchen zu finden, wobei die Realität als Maßstab dient (verfügt über Konfliktlösungsmechanismen). Es hält also die Balance, übernimmt die Vermittlerrolle zwischen Lust-Unlust-Prinzip, ÜBER-ICH und der umgebenden Realität. Das ICH bringt den Grundcharakter der Persönlichkeit hervor.
Fähigkeit zur Angstentwicklung:
Realitätsangst (Eine objektive Angst, ausgerichtet darauf Gefahr wahrzunehmen und ihr adäquat zu begegnen).
Signalangst (Eine „Vor“angst die dazu dient auf mögliche auftretende Gefahren vorbereitet zu sein.

zu e) Das ICH ist die eigentliche Angststätte. Durch seine Funktionen wird es z.B. gegenüber dem ungestüm-blinden Anspruch des ES, zur Angstentwicklung aufgerufen, die schützende Gegenmaßnahmen mobilisieren kann, die Entwicklung der sog. Abwehrmechanismen. Diese sollen Impulse, die vom ES und ÜBER-ICH ausgehen, ungefährlicher machen, z.B. durch Verdrängung, Sublimierung usw. Ferner vertritt das ICH zweitens das Realitätsprinzip, während das ES das Lustprinzip verkörpert. Drittens ist die Art und Weise zu denken logischer Natur, da sie von den Zeichensystemen der Sprache, der Mathematik und Logik (Analyse) her funktioniert. Daher sind Träume für uns oftmals unverständlich da diese primär-prozeßhaft sind und nicht nach logischen Gesichtspunkten aufgebaut sind.

Das ÜBER-ICH

Das ÜBER-ICH ist die psychische Verkörperung der Normen, der Ge- und Verbote, die wir im Lauf unseres Lebens internalisiert haben (Repräsentation der Normen auf individueller Ebene). Diese Werte und Normen gehören zunächst zweifellos ausschließlich der Außenwelt an, werden aber nach wenigen Lebensjahren als neue psychische Instanz zum Bestandteil der Innenwelt.
Das ÜBER-ICH ist in zwei Unterstrukturen unterscheidbar. Im engeren Sinne enthält es mehr die einschränkenden, verbietenden, verfolgenden und strafenden Motive. Das Gewissen verkörpert das „Du darfst nicht ....“ und setzt solche Aufgaben fort, die zunächst allein Personen der Außenwelt zukamen.
Das ICH-Ideal enthält mehr die positiv getönten Leitbilder im Sinne des Vorbildes (So möchte ich sein; es verkörpert das „Du darfst....“). Das ICH-Ideal ist der Entwurf, den jeder von sich hat. Die positiv moralischen Werte die dem Kind beigebrach wurden.
Das ÜBER-ICH hat zwei Möglichkeiten, Macht auszuüben:
a) Entwicklung von Schuld- und Angstgefühlen bei Übertretung von Ge- und Verboten
b) Entwicklung von Schamgefühlen bei Verstößen gegen das ICH-Ideal.

Funktionen: Das ÜBER-ICH hat die Funktion der Innensteuerung. Dies bedeutet nicht nur Knechtung, sondern es bietet auch die Möglichkeit zur Autonomie. Es macht unabhängig von äußerem Druck, weil die innere Instanz sagt, daß das Tun völlig in Ordnung ist. Im Laufe der Entwicklung wird die Reflektion des eigenen Tuns, der internalisierten Normen und Werte möglich. Eine Möglichkeit der Änderung öffnet sich.

29.01.2008 15:42


Nicht schlecht. Wobei man zum Über-Ich wohl noch sagen muss, dass es ja jede Menge Leute gibt, die ganz ohne auskommen.

29.01.2008 20:21 | geändert: 29.01.2008 20:21


nenene tut mir leid, da hast du wohl nicht aufgepasst!!!

Ein Mensch mit einem starken Über-Ich ist nicht fähig, anderen in humaner Weise zu begegnen. Auf das Über-Ich kann aber nicht ganz verzichtet werden.
Dies wäre vielleicht dann möglich wenn der mensch imstande wäre, vollstandigbewußt zu leben und jederzeit seine Handlung auf ihre Folgen hin zu überprüfen. Das aber ist nicht möglich, nicht einmal erstrebenswert. Somit besteht bei einem sehr schwachen Über-Ich die Gefahr, dass die betreffende Person von triebmäßigen Impulsen überflutet und zu anarchistischen Handlungen getrieben wird.
lach bäh

28.08.2008 17:42


... 2 Jahre und 4 Monate später ...

ok cool dankeeuch beiden zwinker
hat mir geholfen

19.01.2011 16:23


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